In welchen <digitalen> Räumen leben wir?

Das im Aufbau befindliche Forschungscluster „Cyber<>Spaces: Diskurs, Ko-Kreation und Institutionen im Zeitalter der Digitalisierung“ soll ein einzigartiges Forum schaffen für interdisziplinäre Grundlagenforschung zu einer der größten Herausforderungen unserer Zeit: den gesellschaftlichen Implikationen der Digitalisierung. Das Cluster vereinigt an der Universität Passau und weltweit 76 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Sprach- und Kultur- sowie den Wirtschaftswissenschaften, ergänzt um Expertise aus Informatik, Rechtswissenschaften und Psychologie. Diese Positionierung an der die Universität Passau so kennzeichnenden Schnittstelle zwischen Kultur- und Wirtschaftswissenschaften bereichert die Forschung zur Digitalisierung mit einer neuartigen Perspektive.

Das sind die Forschungsfelder

Unser gemeinsamer Raum

Die beteiligten Forscherinnen und Forscher eint die Erkenntnis, dass die relevantesten Folgen der Digitalisierung aus dem kulturellen, ökonomischen, kognitiven und juristischen Kontext herrühren, welcher der digitalen Transformation vorangeht, sie formt, sich an sie anpasst und sie manifestiert. Die diametralen Pfeile in Cyber<>Spaces stehen für die Wechselwirkungen zwischen der realen und der virtuellen Welt. Auch die drei Forschungsfelder „Cyber<>Diskurs“, „Cyber<>Ko-Kreation“ und „Cyber<>Institutionen“ sind interdependent: Diskurs beeinflusst Ko-Kreation; für beides schaffen Institutionen Rahmenbedingungen. Alle Forschungsfelder vereint das Interesse an sozial konstruierten Räumen, die im Zeitalter der Digitalisierung durch mindestens vier besondere Eigenschaften gekennzeichnet sind:

  • Hyper-Lokalisierung: Digitalisierung löst physische Grenzen und eindeutige Zuordnungen von Objekten auf. Dieses Phänomen stellt grundlegende Annahmen der Kultur- und Sprachwissenschaft, aber auch des Rechtssystems und der Managementforschung in Frage.
  • Hyper-Simultanität: In der Cybersphäre können wir Teil von mehreren Räumen sein – und das sogar gleichzeitig. Die Konkurrenz ist nur einen Klick entfernt. Das bedingt neue ökonomische und juristische Ansätze zur Analyse von Wettbewerb.
  • Hyper-Transparenz: Das Internet hat die Zugangsbarrieren zu Information massiv gesenkt. Es ermöglicht direkte Kommunikation und macht Entscheidungen transparent. Gleichzeitig bringt es Phänomene wie „Alternative Fakten“ und „Fake News“ hervor und erschüttert damit das Vertrauen in bestehende Institutionen.
  • Hyper-Individualisierung: Lernfähige Algorithmen schneiden Angebote individuell auf Nutzerinnen und Nutzer zu, seien es Ergebnisse von Suchmaschinen, Beiträge in sozialen Medien, Werbung oder Nachrichten. Es können „Filterblasen“ und „Echokammern“ entstehen, die sich subtil auf unser Weltbild und fundamentale soziale Prozesse auswirken.

Cyber<>Spaces<>Uni­versi­tät Passau

Die Universität Passau treibt seit 2011 Wissenschaft für die vernetzte Gesellschaft voran. Beispiele dafür sind das Ausbauprogramm Technik Plus, das DFG-geförderte interdisziplinäre Graduiertenkolleg Privatheit und Digitalisierung, die erfolgreiche Einwerbung von Fördermaßnahmen des Zentrums Digitalisierung.Bayern (Nachwuchsforschungsgruppen und Lehrstuhl) und die führende Rolle beim Aufbau von Netzwerken wie INDIGO oder dem Internetkompetenzzentrum Ostbayern.

Cyber<>Spaces stärkt als Speerspitze die daraus gewachsene, dynamische akademische Identität der Universität Passau. Das Cluster nutzt die umfassenden strukturellen und personellen Entwicklungen der vergangenen Jahre, darunter etwa den Generationswechsel in den Fakultäten. Es entwickelt das internationale, interdisziplinäre und auf Grundlagenforschung ausgerichtete Profil der Universität Passau konsequent fort. Es fördert die Nachwuchsforschung – insbesondere promovierter Wissenschaftlerinnen – und wird weitere international ausgerichtete, kooperative Partnerschaften an der Universität etablieren.

Cyber<>Spaces ist ein wesentlicher Schritt hin zur Vision der Universität Passau, bis 2028, ihrem 50. Jubiläumsjahr also, eines der europaweit bedeutendsten Zentren für Grundlagenforschung zu den gesellschaftlichen Implikationen der Digitalisierung zu werden.

Unsere Sprecher

Cyber<>Spaces in Zahlen

0
Internationale Forschungspartnerinnen und -partner
0
Interdisziplinär denkende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
0
Räume an der Universität Passau und beliebig viele digitale

Beteiligte Professorinnen und Professoren

Unser Blog

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